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Regensburg, den 25. Mai 2020

Das Pfingstereignis hörenswert lesen

Liebe Lektorinnen und Lektoren! Wenn Sie mich noch nicht – oder nicht mehr – so gut kennen: Seit mehr als 20 Jahren arbeite ich mit Menschen, denen die Verkündigung des Wortes Gottes ein Herzensanliegen ist. Ich helfe Ihnen, die herausfordernden und oft anspruchsvollen Texte lebendig und ansprechend vorzutragen. Denn Sie öffnen die Ohren für die Frohe Botschaft. Lesen Sie heute meinen speziellen Beitrag zur Lesung aus der Apostelgeschichte an Pfingsten.

Die erste Lesung an Pfingsten ist voller Stolpersteine, nicht wahr? Darin ist die Rede von Feuerzungen, in denen der Heilige Geist auf die Menschen herabkam. Und es gibt viele Fremdwörter, die richtige Zungenbrecher sein können.

Mit diesen fünf Schritten perlen Ihnen die fremden Namen nur so von der Zunge!

Keinem Lesungstext stehen Lektorinnen und Lektoren so zwiegespalten gegenüber wie der Apostelgeschichte an Pfingsten. Da ist das wahrlich lebhafte Geschehen, als die Jünger versammelt waren und sich plötzlich das Brausen erhob, das alle in Angst und Schrecken versetzte. Und dann geschieht, wenn alle draußen im Freien sind, das ungeheuerliche Wunder: Feuerzungen verteilten sich auf alle, und alle redeten in fremden Sprachen und verstanden sich trotzdem. So weit, so spannend.

Dann aber geht es erst richtig los: Ein ganzer Abschnitt fast nur mit Fremdwörtern.

Wenn Sie sich nicht gut genug vorbereiten, bleibt die Angst vor dem Verhaspeln, und Sie müssen immer auf den Beistand des Heiligen Geistes vertrauen, damit es klappt!

Namen von Orten, Provinzen, Regionen, die in der damaligen Zeit bekannt und wichtig waren und zum Teil weit weg vom Gebiet Galiläa lagen. Man kann es sich so vorstellen, wie wenn heute vielleicht ein Weltjugendtag oder eine Heiligsprechung stattfindet und die Menschen aus vielen Ländern der Welt zusammenkommen.

Deshalb: Mit diesen fünf Schritten knacken Sie den Code und lesen die Fremdwörter spielend leicht und flüssig.

  1. Orientieren Sie sich an der Einteilung im Lektionar.
    Schauen Sie sich den Abschnitt im Lektionar an (Apg 2, Verse 9-11). Die Aufzählung der Ortsnamen steht in acht Zeilen. In jeder Zeile sind zwei bis drei Namen zusammengefasst. Lesen Sie jede Zeile für sich allein, als ob es nur die Namen in dieser Zeile gäbe, sonst nichts. Lesen Sie laut.

  2. Gliedern Sie die Namen in Sprechsilben.
    Schauen Sie sich nun in jeder Zeile die einzelnen Namen an. Wirklich zuerst jeden einzelnen! Nicht alle auf einmal, sonst kommt das Verhaspeln, weil man vor lauter Überblick den Blick für das Detail verliert. Und der ist hier absolut wichtig und notwendig. Beispiel:
    Par-ther, Me-der, E-la-mi-ter.
    Phry-gi-en, Pam-phy-li-en.
    Ä-gyp-ten (das ist schon eine kurze Erholungsinsel, weil wir das Wort vielleicht als Urlaubsziel kennen),
    Li-by-en. Pro-se-ly-ten.
    usw.
    Sprechen Sie diese kleineren Einheiten als Sprechsilben, bis Sie sie geläufig artikulieren können.

  3. Achten Sie auf die richtige Betonung.
    Manche Wörter tragen ein Betonungszeichen, einen Akzent, auf einem Buchstaben. Diese Silbe wird betont. Beispiel: E-la-MI-ter, Ka-ppa-DO-ki-en
    Diese Wörter aussprechen, bis Sie mit dem Sprechrhythmus vertraut sind.

  4. Verbinden Sie die Namen in der Zeile miteinander.
    Lesen Sie nun die Namen in einer Zeile fließend hintereinander und achten Sie darauf, welcher Sprechrhythmus entsteht. Der Rhythmus ist nicht in jeder Zeile gleich – das wäre auch langweilig. Schließen Sie jede Zeile als eine Einheit ab. Üben Sie das mindestens drei Mal hintereinander, immer laut lesen.

  5. Entwickeln Sie einen flüssigen Lesestil und Sprechrhythmus.
    Lesen Sie nun den ganzen Block Zeile für Zeile. Stellen Sie sich vor, wie Menschen aus all diesen Regionen sich auf einem großen Platz finden und versammeln. Die Aufzählung der Namen wird verständlich, weil sie Struktur bekommt.

Wenn Sie gerade noch gedacht haben, Sie werden vom Vorlesen dieses zungenbrecherischen Textes verschont, weil ihn jemand anderes liest, freuen Sie sich jetzt auf Ihren professionellen, flüssigen Lesevortrag.

So können sich alle die Feuerzungen vorstellen und es klappt spielend mit dem Lesen – und mit der Verständigung.

Seien Sie begleitet vom Beistand des Heiligen Geistes.

Bis zum nächsten Mal,
Ihre
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Dr. Lioba Faust

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